22. Juni 2022 | Vereine | Annette Scholl

Grissenbacher Wald bietet idealen Standpunkt im Bereich der Fischweiher. Längeres Genehmigungsverfahren

Offiziell ist in Grissenbach nicht bekannt, wann und ob überhaupt einmal ein Kohlenmeiler im Dorf aufgebaut wurde oder gestanden hat. Doch nun qualmt es jedenfalls im Grissenbacher Wald: Die Mitglieder des Dorfgemeinschafts-, Kultur- und Sportförderungsvereins (DKS) Grissenbach bauten jetzt zum zweiten Mal im Bereich der Fischweiher einen Kohlenmeiler auf.

Nach einem längeren Genehmigungsverfahren seitens des Forstamtes in Hilchenbach und der Stadt Netphen begann der Verein mit dem Aufbau. Der Fischweiherplatz sichert die Löschwasserversorgung. „Die Vorbereitungen dauerten länger als das Aufbauen des eigentlichen Meilers, denn wir brauchten rund 15 Raummeter Holzstämme. Die Bäume, überwiegend Laubholz, kamen von der Waldgenossenschaft Grissenbach. Anschließend wurden die Stämme mit bis zu 15 Zentimetern Durchmesser auf einer Länge von rund einem Meter geschnitten und gespalten“, so Torsten Görg, Vorsitzender des DKS Grissenbach.

Sorgfältig wird das Holz zum Meiler gestapelt. Foto: Jürgen Schade

Mit Traktoren wurden die Holzladungen zum Meilerplatz gebracht. Vier Meter im Durchmesser und rund 1,50 Meter hoch sollte auch diesmal wieder der Kohlenmeiler werden. Die Rundung war abgesteckt und in der Mitte bauten die Mitglieder aus Holzstämmen einen Schacht auf. Dieser Schacht, der oben offen ist, dient später zum Nachfüllen mit Holz und wird dann mit einem großen Eisendeckel verschlossen. Über drei Stunden haben die Grissenbacher gebraucht, bis das Holz verarbeitet war, und anschließend wurde er mit einer feuchten Heusilage eingewickelt. Anschließend kam noch eine zehn Zentimeter dicken Schicht aus Walpersdorfer Kohlenmeilererde darauf, um den Meiler abzudichten. Einen Tag später wurde der Kohlenmeiler über die Schachtöffnung entzündet und anschließend verschlossen. Nach Aussagen der Mitglieder des DKS Grissenbach muss der Meiler die ersten 24 Stunden mit fachkundigem Personal als Feuerwache besetzt sein. Am kommenden Wochenende soll der Meiler geöffnet und die Kohle ausgeräumt und geerntet werden. Die Mitglieder hoffen nun auf einen guten Ertrag beim Verkauf der Holzkohle, der am 18. Juni ab 12 Uhr beginnt.J.Sch.

Bericht und Foto: Jürgen Schade

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